Björn Mayer über das Empfehlungsprogramm von ASICS: „Als Fan der Marke schmerzt das schon fast …“

Björn Mayer über das Empfehlungsprogramm von ASICS: „Als Fan der Marke schmerzt das schon fast …“

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Empfehlungsprogramme: Björn Mayer, langjähriger Fan und Käufer der Marke ASICS teilt seine Gedanken zum Empfehlungsprogramm von ASICS.

VIRALLY Intelligence (VI): Willkommen und danke, dass du dir Zeit nimmst! Du bist seit 1990 Langstreckenläufer und treuer ASICS-Kunde seit 2007. Erzähl uns: Wie beurteilst du die Marke und ihre Verbindung zur Lauf-Community?

Björn MAYER (BM): ASICS hat einen Kultstatus in der Lauf-Community – das ist unbestreitbar.
Die Marke hat es geschafft, durch hochwertige Produkte, Innovation und enge Verbindungen zur Laufkultur global erfolgreich zu werden. Viele LäuferInnen – mich eingeschlossen – schätzen ASICS für die Verlässlichkeit ihrer Schuhe und Bekleidung.

Aber: Dieser Erfolg ist stark von der Community getragen, und genau da enttäuscht ASICS in vielen Bereichen – besonders im Marketing und bei der Kundenbindung.

VI: Das ist eine deutliche Kritik. Woran machst du das konkret fest?

BM: Ganz einfach: Ich kaufe seit über 15 Jahren ausschließlich ASICS-Produkte. Trotzdem habe ich noch nie einen Newsletter erhalten, geschweige denn Informationen zu einem Empfehlungsprogramm. Und ich weiß, dass ASICS stark von uns LäuferInnen lebt – von unserer Begeisterung, unseren Empfehlungen. Aber genau das wird von der Marke nicht systematisch gefördert. Es gibt weder eine echte Community-Ansprache noch gezielte Aktionen, die uns LäuferInnen aktiv einbinden oder motivieren, die Marke weiterzuempfehlen.

VI: ASICS hat ja ein Empfehlungsprogramm, zumindest auf dem Papier. Warum funktioniert das deiner Meinung nach nicht?

BM: Ganz ehrlich? Weil es schlecht umgesetzt ist. Schon allein die Tatsache, dass ich als langjähriger Kunde davon nichts wusste, zeigt, wie wenig es beworben wird.

Und dann das Durcheinander: 10% Rabatt hier, 10 Dollar Belohnung da, und beide Links führen ins Nichts.

Das ist chaotisch und wirkt, als hätte ASICS selbst keinen Plan, wie sie das Programm nutzen wollen.
Es fehlt an Professionalität und vor allem an einer klaren Strategie.

VI: Interessant ist ja, dass der Gründer von Onitsuka Tiger, Kihachiro Onitsuka, die Vision hatte,
durch Sport die Jugend zu fördern und die Gesellschaft zu verbessern.

Wie passt das zu deiner Kritik?

BM: Genau das ist der Punkt. Kihachiro Onitsuka gründete 1949 Onitsuka Co., Ltd. mit dem Ziel, durch Sport die Jugend zu fördern und Japan nach dem Krieg wieder aufzubauen. Seine Überzeugung war, dass Sport das Leben der Menschen positiv verändern kann. Diese Vision hat ASICS groß gemacht. Doch heute scheint die Marke diese Wurzeln zu vernachlässigen.

Es fehlt an echter Community-Pflege und daran, die LäuferInnen aktiv einzubinden und zu fördern – genau das, was Onitsuka ursprünglich wollte.

VI: Was würdest du ASICS raten, um das besser zu machen?

BM: Erstens: Fokussierung. Entscheidet euch für ein klares Empfehlungsprogramm mit einem einheitlichen Anreiz.
Zum Beispiel: „Empfehle ASICS und erhalte 10% Rabatt für dich und deine FreundInnen.“ Das ist einfach zu verstehen und funktioniert.

Zweitens: Technik und Kommunikation. Stellt sicher, dass die Links funktionieren und das Programm überall sichtbar ist – auf der Website, in Newslettern, in Social Media. Und kommuniziert es gezielt an treue KundInnen wie mich.

Drittens: Community-Einbindung.

ASICS ist groß geworden, weil die Lauf-Community hinter der Marke steht. Warum nicht gezielt LäuferInnen aktivieren, die Marke zu promoten? Etwa durch Challenges, Events oder Belohnungen für Empfehlungen in Laufgruppen. Das Potenzial ist riesig, aber es wird überhaupt nicht genutzt.

VI: Du hast den Unterschied zwischen einer funktionalen Sportmarke und einer Kultmarke angesprochen. Kannst du das näher erläutern?

BM: Absolut. Eine funktionale Sportmarke bietet gute Produkte an – das war's. Eine Kultmarke hingegen schafft es, Emotionen zu wecken, eine Community zu bilden und eine Lebensphilosophie zu vermitteln. Dieser Unterschied spiegelt sich nicht nur im Markenimage wider, sondern auch finanziell. Kultmarken erzielen oft Milliarden mehr an Gewinn, weil sie loyale KundInnen haben, die bereit sind, mehr zu investieren und die Marke weiterzuempfehlen. ASICS hat das Potenzial zur Kultmarke, nutzt es aber derzeit nicht aus.

VI: Wenn ASICS dich als Berater engagieren würde: Was wäre dein erster Schritt?

BM: Mein erster Schritt wäre, eine Kundenanalyse zu machen. Wer sind die treuesten KundInnen, und wie können wir sie besser ansprechen? Der nächste Schritt: Ein Community-Programm aufbauen, das LäuferInnen einbindet.

Das könnte so aussehen:

  1. Eine Plattform für LäuferInnen, um ihre Erfahrungen zu teilen.
  2. Ein klares und professionell aufgesetztes Empfehlungsprogramm.
  3. Regelmäßige Kommunikation – Newsletter, Events, Rabatte – speziell für die Lauf-Community.

Und natürlich: Technische Standards sicherstellen. Funktionierende Links sind das absolute Minimum.

VI: Zum Abschluss: Glaubst du, ASICS hat das Potenzial, das besser zu machen?

BM: Absolut. Die Marke hat die Historie, die Produkte und die Community, um wirklich erfolgreich zu sein. Aber Erfolg im 21. Jahrhundert bedeutet mehr als nur gute Schuhe – es geht darum, KundInnen zu binden, zu motivieren und einzubinden. ASICS muss verstehen, dass Markenloyalität heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Wenn sie sich darauf einlassen, können sie nicht nur den Status halten, sondern eine noch stärkere Verbindung zur Lauf-Community aufbauen. Aber dafür braucht es echte Ambition und die Bereitschaft, etwas zu bewegen.

Björn Mayer ist Gründer und Geschäftsführer von VIRALLY, der ersten und einzigen Growth Marketing-Agentur im D-A-CH-Raum, die sich exklusiv auf Referral Marketing fokussiert. Björn implementiert mit seinem Team virale Wachstumsstrategien für innovative Start-ups und eCommerce-Unternehmen. Björn hat Frameworks und Systeme wie den Proof-of-Virality, die Virale Company, Viral Offers und viele mehr entwickelt und perfektioniert.